| Südfrankreich 2011 - 26.08. - 10.09. |
| Geschrieben von: tom.k1 | ||||||||
Tag 1 (ca. 600 km):Pfalzgrafenweiler - Colmar - Besancon - Bourg-en-Bresse - Grenoble - VifSchon ein dreiviertel Jahr zuvor hatten wir unsere Hütte im Herzen der Provence, in Südfrankreich, gemietet. Nun endlich war es soweit. Die Südfrankreich-Tour konnte beginnen. Unser Ziel war das knapp 900 Kilometer entfernte Castellane, mitten in der Provence. Grenoble wurde als Zwischenstopp an Tag 1 gewählt. Hier sollten sich also alle treffen. Ausgezeichnet war auch, dass es in Vif unerwarteter Weise warm wurde, denn unterwegs kamen wir durch die ein oder anderen Niederschläge, bei gerade noch passablen Temperaturen. Kaum an Grenoble vorbei, kam eine wahre Hitzefront unter den Helm. Aber uns sollte das ja Recht sein. So waren wir guter Dinge irgendwo unter freiem Himmel schlafen zu können... im Lederkombi... ohne Schlafsack... klaaaaasse Idee...
Tag 2 (ca. 210 km):Vif - Sisteron - CastellaneUm 6 Uhr morgens gings mit unseren mental fragmentierten Körpern dann also weiter Richtung Castellane. Gegen 10 Uhr war die Sonne dann ungefähr auf der Höhe, dass sie langsam aber sicher anfing uns auch zu wärmen. Nach zwei kurzen Pausen, in denen wir versuchten unsere Kupplungshände aufzutauen, gings über Sisteron bis Malijai und dann östlich weiter Richtung Digne, um dann südlich Richtung Castellane weiterzufahren. Hier stärkten dann die ersten Kurvengefühle unsere übermüdeten Geister. Kurz vor Castellane dann noch einen richtig geilen Pass geballert, den Col de Luens, waren wir zum Ortseingang von Castellane auch schon wieder super drauf. Castellane ging's einfach mitten durch und der Route Napoleon folgend wieder raus in Richtung Grasse. Nach ca. 5 km Kurvengeschlängel, nach Ortsausgang La Garde, empfang uns dann auf der rechten Seite der RCN Campingplatz. Ooooptimal. Nachdem die Autofahrer ein halbes Stündchen später auch eintrudelten, wollten wir eigentlich noch kurz ein Ründchen schlafen, aber hey.. Mann oder Memme? Nachdem die 6-Mann Hütte bezogen war, haben wir sofort unser Schlauchboot mit Motoren klar gemacht und den Lac de Castillon besucht, dannach Bier und Grillmaterial gekauft, den Campingplatz eigenen Pool eingeweiht und den Tag Revue passieren und ausklingen lassen.
Tag 3 - 14:RCN CampingplatzJeden Tag einzeln zu beschreiben wäre Blödsinn, drum machen wir das anders. Hier ein paar Impressionen vom Campingplatz und gleich unten die Kurztrips, die wir in Angriff nahmen. Ein Highlight, abgesehen von den Pässen, ist die Verdonschlucht (Gorges du Verdon). Dies ist eine Schlucht in der die Verdon von Castellane Richtung dem Lac de St Croix fließt. Die Schlucht erzieht sich von Castellane bis zum See über ca. 21 Kilometer und ist teilweise bis zu 700 Metern tief. Hier bieten sich atemberaubende Ausblicke und eine Nord- sowie Süd-Canyon-Straße, die einfach nur Laune machen zu fahren, da der Asphalt gut ist und die Ausblicke toll. Die gegenüberliegenden Flanken sind an der engsten Stelle bis zu 200 Meter nah aneinander, an der am weitest entferntesten 1500 Meter.
Umgebung und Trips:Um Castellane herum befindet sich ein wahres Streckenparadies. In westlicher Richtung lassen sich die Nord- und Süd-Canyonstraße Richtung Lac de St Croix fahren. Nördlich von Castellane befindet sich der Col de Luens. Ein richtig geiler Pass, mit schönen Kurven und sehr wechselhaftem, geilen Panorama. In östliche Richtung befindet sich der Lac de Castillon, und noch weiter dann die Seealpen mit Pässen wie dem Col de Champs, Col de Cayolle, Gorges de Daluis, Col de Turini und noch mehr, je nachdem wie weit man seine Trips absteckt. Südlich befindet sich direkt die Route Napoleon, die mit drei Pässen aufwartet und direkt nach Grasse führt. Doch eins nach dem anderen.
Verdonschlucht-Trip (ca. 125 km):Castellane - La Palud-sur-Verdon - Lac de St Croix - Aiguines - Trigance - Castellane
Am ersten Tag sind wir ohne Boot Richtung Schlucht aufgebrochen. D.h. alle aufm Moped in voller Montur. Zuerst über die Nordseite den Canyon bezwungen, wollten wir danach die Südseite in Angriff nehmen. Im direkten Vergleich macht die südliche Canyonstraße mehr Spaß. Sowohl vom sich bietenden Panorama als auch vom Straßenverlauf selbst. Die Kurven sind auf der Südseite gleichmäßiger, einsichtiger und einfach schöner und schneller zu fahren. Trotzdem sollte man unbedingt auf keine von beiden verzichten, jede überzeugt mir ganz eigenem Charme. Die Schlucht selbst erstreckt sich auf bis zu 21 Kilometern und kann eine Tiefe von 700 Metern erreichen. Mit der im Flußbeet verlaufenden, türkisfarbenen Verdon bietet sich so ein Panorama, das einmaliger nicht sein könnte. Der Canyon ist neben der Tara-Schlucht (in Montenegro) einer der größten Canyons Europas. Sie bietet nicht nur sagenhafte Ausblicke, sondern auch super Motorradstrecken ringsherum und natürlich einen super Badesee am westlichen Ende des Flusses: Der Lac de Sainte-Croix. An zwei weiteren Tagen in unserem Urlaub sind wir dort mit Auto-Anhänger und Motorrad Kolonne hingecruist, um den Canyon auch im Schlauchboot (betrieben mit zwei 0,7 kW Außenbordern) zu bewandern. Zwei Mannen im Boot, die restlichen vier im Luftsessel ans Boot gehängt ging es so voll automatisch mit gekühltem Bier den Canyon entlang. So wurden wir zum Mittelpunkt im Mittelpunkt, denn der Canyon war für die Haufen Touris plötzlich gar nicht mehr so interessant. Sehr geil.
Tour 1 (ca. 220 km):Castellane - Lac de Castillon - Annot - Col de la Colle St Michelle - Colmars - Col de Champs - Col de la Cayolle - Kehrt gemacht - Guillaumes - Annot - Castellane
Entlang dem See also, geht es an der ersten Gabelung dann rechts weiter nacht Annot. Die passähnliche Straße dorthin ist teilweise etwas holprig, aber schön zu fahren. Von Annot aus fuhren wir nördlich weiter Richtung Colmars. Zwischendrin liegt der Col de la Colle St Michelle (1.431 Meter), welcher Thorame-Haute mit Le Fugeret verbindet. Auch dieser Pass ist teilweise von sprunghaftem Belage geplagt und von eher enger Natur. In Colmars angekommen fuhren wir östlich weiter Richtung St. Martin d’Entraunes, über den Col de Champs. Hier muss man sehr aufmerksam fahren, denn das Hinweisschild auf den Pass ist mini. Genau wie der Pass selbst. Die Ost-Rampe vom Col de Champs (2.087 Meter, 360°-View) ist wirklich pervers. Engste Kehren. Zwar nicht so schlimm wie die des Stilfser Jochs, doch der Belag kommt noch hinzu. Neben der richtig engen Strecke und dem häufigen Steinschlag kommen noch diese nervigen Brems-Buckel dazu, die dich fast aus dem Sattel werfen, wenn du sie nicht rechtzeitig siehst und in die Bremse greifst. Aber uns hat's dennoch Spaß gemacht, ist auf jedenfall mal etwas Anderes. Die Westseite des Col de Champs ist wesentlich angenehmer zu fahren. Gut ausgebaut und schöne Kurven, sowie auch Kehren. Lohnenswert ist der Pass auf jedenfall! Der Ausblick ist super und neben der östlichen Auffahrt bietet die Westrampe wirklich jede Menge Abwechslung, auch wenn es diese mit Vorsicht zu geniesen gilt.
Tour 2 (ca. 240 km):Castellane - Route Napoleon - Route la Riviere - Grasse - Cannes - Mittelmeer - Cannes - La Baisse - Grasse - Castellane
Der Weg ans Meer ist recht simpel: Einfach der Route Napoleon folgen. Uns jedoch zu simpel, so dass sich Sepp dazu bereit erklärte, als Tour Scout uns eine Alternativ-Route durchs Hinterland abzustecken. Wo genau die verlief kann ich leider nicht mehr sagen. Jedoch sind wir schätzungsweise nach La Garde gleich den ersten Abzweig von der Nach ein paar Klippenspringereien und etwas getankter Sonne, machten wir uns auch schon wieder auf den Weg. Im Zurück verhaspelten wir uns jedoch in Cannes und bogen ungewollter Weise auf die Autobahn ab. So fuhren wir ca. 20 Autobahnkilometer in die Pampa, um diese mit 2 Euronen zu bezahlen. Die lohnten sich allerdings, denn den Weg den wir über Land zurück nach Cannes nahmen war super. Die Ausfahrt bei La Baisse geht es hier über Le Couvent zurück nach Cannes. Super geile Straße, die wir so nie entdeckt hätten.
Tour 3 (ca. 350 km):Castellane - Entrevaux - Nice - Sospel - Col de Braus - Col de Turini - Col St Martin - Col de la Couillole - Gorges Sup. du Cians - CastellaneDa ein Kollege von uns wegen eines Termins vorzeitig das Feld räumen und einen Flug in Nice bekommen musste, entschlossen wir uns den Transport dorthin gleich weiter für eine Tour zu nutzen. Allerdings entschlossen wir uns nicht für die reguläre Anfahrt, die über Grasse erfolgt wäre, sondern die über Entrevaux. Hinten rum quasi. So ging es morgens gleich los, Fleck mit Lutz auf dem Soziusbrötchen im Gepäck. Wie schon gewohnt am Lac de Castillon und Annot vorbei und durch Entrevaux, um schließlich, 114 Kilometer und 1,5 Stunden später, aus dem Norden kommend in Nice einzutreffen. Kurz verabschieden und schon wurde weiter besprochen wo es hinging. Natürlich nicht ganz ohne Vorbereitung. In Sospel angekommen, fuhren wir weiter Richtung Moulinet, wo uns kurz danach der Col de Turini (360°-View) empfang. An sich eigentlich ein scheiss Asphaltbelag, der da auf einen wartet, aber die Aussicht und der Streckenverlauf auf der Werstrampe entschädigt meiner Meinung nach alles. Nur geil. Die Passhöhe liegt auf einer Höhe von 1.607 Metern. Außerdem wurde der Col de Turini von Galileo (uiiiiii galileo, ja ich weiß..) mal zu einem der gefährlichsten Pässen der Welt gekührt. Klar, ein paar uneinsichtige Kurven sind dabei und auf der Ost-Rampe ist der Asphalt bedeutend schlechter, aber als "gefährlich" würde ich ihn nicht bezeichnen. Der Col St. Martin, der auf den Turini folgt, ist nicht so der Brüller. Ein paar schöne Kurven, doch alles in allem, hat er keinerlei Passallüren. Man merkt nicht wirklich, dass man einen Pass überquert. Seine Passhöhe liegt zwar auch auf 1.500 Metern, aber mai... man fährt ihn halt. Der Col de Couillole trumpft danach nochmal mit 1.678 Metern auf. Hoch sind die Pässe dort in den südlichen Seealpen aber alle nicht so sehr. Die höheren Pässe warten weiter nördlich auf. Guten Asphalt weisen die aber auch nicht unbedingt auf, ist ja aber klar. Generell gilt eh, je höher der Pass, desto schlecht der Belag. Dennoch... gefahren sein sollte man diese Pässe jedoch trotzdem. Der Spaßfaktor, das Panorama mit seinen unvergleichlichen Ausblicken... jeder der selbst gern Pässe fährt, weiß wovon ich spreche ;-) Nach diesem Passfeuerwerk bogen wir in Beuil wieder südlich Richtung Entrevaux ab. Hier kommen die Gorges Sup. du Cians. Eine fahrerisch richtig geile Strecke. Kurze, schnell aneinander hängende Kurven bereiten hier jede Menge Spaß und führen Richtung Entrevaux. Kurz vor Entrevaux links abgebogen immer den Wegweisern Castellane hinterher, war auch diese Tour viel zu schnell wieder vorbei.
Mit dabei waren (v.l.n.r.): Lutz (Bagira 600), Thomas (GSX-R 1000 K6), Michi (CBR600 RR '04), Fleck (CBR600 F '91), Tom (ZX6R '98), Sepp (ZX6R '00)
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