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Südfrankreich 2011 - 26.08. - 10.09.
Geschrieben von: tom.k1   
Südfrankreich-2011-Tour Karte

Tour Übersicht:

Pfalzgrafenweiler - Colmar - Besancon - Bourg-en-Bresse - Grenoble - Sisteron - Castellane

15 Tage, ca. 3.000 km

 

 

Tag 1 (ca. 600 km):

Pfalzgrafenweiler - Colmar - Besancon - Bourg-en-Bresse - Grenoble - Vif

Südfrankreich 2011
Südfrankreich 2011

Schon ein dreiviertel Jahr zuvor hatten wir unsere Hütte im Herzen der Provence, in Südfrankreich, gemietet. Nun endlich war es soweit. Die Südfrankreich-Tour konnte beginnen. Unser Ziel war das knapp 900 Kilometer entfernte Castellane, mitten in der Provence. Grenoble wurde als Zwischenstopp an Tag 1 gewählt. Hier sollten sich also alle treffen.
Mit "alle" sind dieses Mal sechs Personen gemeint. Im Auto (Mit Mopeds auf dem Hänger, wegen weiter Anreise aus dem Norden) waren Thomas und Lutz unterwegs und auf den Mopeds Sepp, Fleck, Michi und ich (Tom).
In Freudenstadt noch kurz Fleck aufgegabelt, gings über den Kniebis an der Schwarzwaldhochstraße vorbei, die Griesbacher Steige runter, um dann auf die A5 zu gelangen. In Marckolsheim passierten wir die Grenze zu Frankreich. Von nun an versuchten wir also so schnell wie möglich nach Grenoble zu kommen, ohne Autobahn versteht sich. Die Autofahrer wählten ihre Route über die Autobahn-Schweiz.
Nach zwei, drei Zwischenstopps und einer auf den Schnellstraßen so gut wie einsamen Fahrt, trudelten wir gegen 15 Uhr bei Vif (10 km südlich von Grenoble) ein und siehe da, wir wurden schon hupend erwartet. Thomas und Lutz waren erst eine halbe Stunde zuvor eingetroffen. Ausgezeichnet.

Ausgezeichnet war auch, dass es in Vif unerwarteter Weise warm wurde, denn unterwegs kamen wir durch die ein oder anderen Niederschläge, bei gerade noch passablen Temperaturen. Kaum an Grenoble vorbei, kam eine wahre Hitzefront unter den Helm. Aber uns sollte das ja Recht sein.

So waren wir guter Dinge irgendwo unter freiem Himmel schlafen zu können... im Lederkombi... ohne Schlafsack... klaaaaasse Idee...
Wider unserer Erwartung wurde aus der geplanten ruhigen Nacht nichts. Eben noch bei guter Laune den Grill aus dem Auto geholt und ein paar Würste vernichtet, fing es langsam aber sicher immer stärker an zu Regnen. Nachdem es sich eingeregnet hatte, sahen wir ein, dass keine Besserung in Sicht war und suchten uns ein Vordach. Nachdem wir dort zwei, drei Stunden verweilten, ein paar Bierchen konsumierten und allmählich anfingen einzupennen, kam so gegen 23 Uhr die Polizei, um uns von dem "nicht öffentlichen" Gelände zu vertreiben. Wir spurten, denn die Taser-Gun wollte keiner von uns zu spüren bekommen.
Nun wohin? Wenns regnet, stürmt und du kein Dach hast und nur ein Auto mit umgeklappten Rücksitzen und dieses voll bis zum Anschlag ist. Moment, da war doch ein Fluss. Wo Wasser fließt, gibt's auch Brücken. So landeten wir unter der Brücke. Nur leider wars dort auch nass und windig. Nachdem wir uns damit abfanden, dass wir diese Nacht ohne Schlaf verbringen würden, nahmen wir den Grillanzünder und das nasse Holz (von der Grillsession vorher) und bliesen auf die Flämmchen ein, was das Zeug hielt. Und da war es... FEUER!!! WIR HABEN FEUER GEMACHT!!!!!! Zwar mit Grillanzünder und Feuerzeug, aber dennoch... mit nassem Holz. Vor dem Feuer verharrten wir in unseren nassen Kombis, die leider nicht trockener wurden bis 6 Uhr morgens, um dann bei gemessenen 8 Grad wieder aufs Moped zu steigen.

 

 

Tag 2 (ca. 210 km):

Vif - Sisteron - Castellane

Um 6 Uhr morgens gings mit unseren mental fragmentierten Körpern dann also weiter Richtung Castellane. Gegen 10 Uhr war die Sonne dann ungefähr auf der Höhe, dass sie langsam aber sicher anfing uns auch zu wärmen. Nach zwei kurzen Pausen, in denen wir versuchten unsere Kupplungshände aufzutauen, gings über Sisteron bis Malijai und dann östlich weiter Richtung Digne, um dann südlich Richtung Castellane weiterzufahren. Hier stärkten dann die ersten Kurvengefühle unsere übermüdeten Geister. Kurz vor Castellane dann noch einen richtig geilen Pass geballert, den Col de Luens, waren wir zum Ortseingang von Castellane auch schon wieder super drauf. Castellane ging's einfach mitten durch und der Route Napoleon folgend wieder raus in Richtung Grasse. Nach ca. 5 km Kurvengeschlängel, nach Ortsausgang La Garde, empfang uns dann auf der rechten Seite der RCN Campingplatz. Ooooptimal.

Nachdem die Autofahrer ein halbes Stündchen später auch eintrudelten, wollten wir eigentlich noch kurz ein Ründchen schlafen, aber hey.. Mann oder Memme? Nachdem die 6-Mann Hütte bezogen war, haben wir sofort unser Schlauchboot mit Motoren klar gemacht und den Lac de Castillon besucht, dannach Bier und Grillmaterial gekauft, den Campingplatz eigenen Pool eingeweiht und den Tag Revue passieren und ausklingen lassen.

Südfrankreich 2011

 

 

Tag 3 - 14:

RCN Campingplatz

Jeden Tag einzeln zu beschreiben wäre Blödsinn, drum machen wir das anders. Hier ein paar Impressionen vom Campingplatz und gleich unten die Kurztrips, die wir in Angriff nahmen.
Von 14 Campingplatz-Tagen hatten wir 1,5 Tage Regen. Also ein top Schnitt. Im Früh - Hochsommer soll es sogar noch vielversprechender sein, doch frag ich mich, wie?
Wenn wir also gerade keine Tour fuhren vergnügten wir uns auf dem Campingplatz mit Tischtennis oder Swimmingpool-Action. Der RCN "Les Collines de Castellane" ist wirklich ein 1A Campingplatz, keine Frage. Super Sanitär-Anlagen, die Chalets sind einfach super und die ganze Camp-Anlage ist toll umgesetzt. Die deutsche Sprache ist auch zum Großteil vertreten, da es ein holländischer Campingplatzbetreiber ist. Der einzige Kritikpunkt war das Restaurant / Bar. Auftau-Fraß, scheiss Service und ab 22 Uhr geschlossen. Dazu ist zu sagen, dass das Ess- und Trinkverhalten der Franzosen eh absurd ist. Für uns verwöhnte Deutsche zumindest. Ab 14 Uhr ist die Küche geschlossen, bis 19 Uhr. Während unseren Mopedtouren hat uns das einige Male zu schaffen gemacht, weil man einfach nix zu essen bekam. Außer n Snickers.

Südfrankreich 2011 Canyon du Verdon

Ein Highlight, abgesehen von den Pässen, ist die Verdonschlucht (Gorges du Verdon). Dies ist eine Schlucht in der die Verdon von Castellane Richtung dem Lac de St Croix fließt. Die Schlucht erzieht sich von Castellane bis zum See über ca. 21 Kilometer und ist teilweise bis zu 700 Metern tief. Hier bieten sich atemberaubende Ausblicke und eine Nord- sowie Süd-Canyon-Straße, die einfach nur Laune machen zu fahren, da der Asphalt gut ist und die Ausblicke toll. Die gegenüberliegenden Flanken sind an der engsten Stelle bis zu 200 Meter nah aneinander, an der am weitest entferntesten 1500 Meter.

 

 

Umgebung und Trips:

Um Castellane herum befindet sich ein wahres Streckenparadies. In westlicher Richtung lassen sich die Nord- und Süd-Canyonstraße Richtung Lac de St Croix fahren. Nördlich von Castellane befindet sich der Col de Luens. Ein richtig geiler Pass, mit schönen Kurven und sehr wechselhaftem, geilen Panorama. In östliche Richtung befindet sich der Lac de Castillon, und noch weiter dann die Seealpen mit Pässen wie dem Col de Champs, Col de Cayolle, Gorges de Daluis, Col de Turini und noch mehr, je nachdem wie weit man seine Trips absteckt. Südlich befindet sich direkt die Route Napoleon, die mit drei Pässen aufwartet und direkt nach Grasse führt. Doch eins nach dem anderen.

 

 

Verdonschlucht-Trip (ca. 125 km):

Castellane - La Palud-sur-Verdon - Lac de St Croix - Aiguines - Trigance - Castellane

Canyonstraße über der SchluchtUnsere Tour ging wie immer an unserem Campinplatz in La Garde los. Von dort aus durch Castellane westlich Richtung dem Lac de Sainte-Croix. Hier geht es immer der Verdon entlang. In Castellane noch relativ ebenerdig, schlängelt sich die Straße immer höher zur Schlucht hoch. Die nördliche Straße führt Richtung Moustiers Sainte-Marie. Auf die Südseite (360°-View) kommt man, wenn man von Castellane Richtung Trigance fährt und sich dann immer rechts hält, um der Straße Richtung Aigunes zu folgen.

Am ersten Tag sind wir ohne Boot Richtung Schlucht aufgebrochen. D.h. alle aufm Moped in voller Montur. Zuerst über die Nordseite den Canyon bezwungen, wollten wir danach die Südseite in Angriff nehmen. Im direkten Vergleich macht die südliche Canyonstraße mehr Spaß. Sowohl vom sich bietenden Panorama als auch vom Straßenverlauf selbst. Die Kurven sind auf der Südseite gleichmäßiger, einsichtiger und einfach schöner und schneller zu fahren. Trotzdem sollte man unbedingt auf keine von beiden verzichten, jede überzeugt mir ganz eigenem Charme.

Die Schlucht selbst erstreckt sich auf bis zu 21 Kilometern und kann eine Tiefe von 700 Metern erreichen. Mit der im Flußbeet verlaufenden, türkisfarbenen Verdon bietet sich so ein Panorama, das einmaliger nicht sein könnte. Der Canyon ist neben der Tara-Schlucht (in Montenegro) einer der größten Canyons Europas. Sie bietet nicht nur sagenhafte Ausblicke, sondern auch super Motorradstrecken ringsherum und natürlich einen super Badesee am westlichen Ende des Flusses: Der Lac de Sainte-Croix.

Lac de St Croix Am Lac de St Croix Süd-Canyonstraße Mit dem Boot im Canyon du Verdon

An zwei weiteren Tagen in unserem Urlaub sind wir dort mit Auto-Anhänger und Motorrad Kolonne hingecruist, um den Canyon auch im Schlauchboot (betrieben mit zwei 0,7 kW Außenbordern) zu bewandern. Zwei Mannen im Boot, die restlichen vier im Luftsessel ans Boot gehängt ging es so voll automatisch mit gekühltem Bier den Canyon entlang. So wurden wir zum Mittelpunkt im Mittelpunkt, denn der Canyon war für die Haufen Touris plötzlich gar nicht mehr so interessant. Sehr geil.

 

 

Tour 1 (ca. 220 km):

Castellane - Lac de Castillon - Annot - Col de la Colle St Michelle - Colmars - Col de Champs - Col de la Cayolle - Kehrt gemacht - Guillaumes - Annot - Castellane

Col de ChampsStart wie nicht anders zu erwarten war in La Garde. Durch Castellane, diesmal in östliche Richtung verlassend, geht es am Supermarkt vorbei Richtung Lac de Castillon (Panorama, 360°-View). Die Straße hoch zum See ist schon der Hammer und wird von der Straße, die dem Ufer entlang verläuft, gleich noch übertroffen. "Hier kohsch'es ganz schee laufalau."
Der Lac de Castillon ist einer von fünf Talsperren der Verdon, von diesem verläuft die Verdon südlich weiter Richtung Castellane.

Entlang dem See also, geht es an der ersten Gabelung dann rechts weiter nacht Annot. Die passähnliche Straße dorthin ist teilweise etwas holprig, aber schön zu fahren. Von Annot aus fuhren wir nördlich weiter Richtung Colmars. Zwischendrin liegt der Col de la Colle St Michelle (1.431 Meter), welcher Thorame-Haute mit Le Fugeret verbindet. Auch dieser Pass ist teilweise von sprunghaftem Belage geplagt und von eher enger Natur.

In Colmars angekommen fuhren wir östlich weiter Richtung St. Martin d’Entraunes, über den Col de Champs. Hier muss man sehr aufmerksam fahren, denn das Hinweisschild auf den Pass ist mini. Genau wie der Pass selbst. Die Ost-Rampe vom Col de Champs (2.087 Meter, 360°-View) ist wirklich pervers. Engste Kehren. Zwar nicht so schlimm wie die des Stilfser Jochs, doch der Belag kommt noch hinzu. Neben der richtig engen Strecke und dem häufigen Steinschlag kommen noch diese nervigen Brems-Buckel dazu, die dich fast aus dem Sattel werfen, wenn du sie nicht rechtzeitig siehst und in die Bremse greifst. Aber uns hat's dennoch Spaß gemacht, ist auf jedenfall mal etwas Anderes. Die Westseite des Col de Champs ist wesentlich angenehmer zu fahren. Gut ausgebaut und schöne Kurven, sowie auch Kehren. Lohnenswert ist der Pass auf jedenfall! Der Ausblick ist super und neben der östlichen Auffahrt bietet die Westrampe wirklich jede Menge Abwechslung, auch wenn es diese mit Vorsicht zu geniesen gilt.

Col de la Cayolle Südrampe Col de la Cayolle - Passhöhe
Die Westrampe heruntergefahren in St. Martin d'Entraunes angekommen, wollten wir noch einen Abstecher auf den Col de la Cayolle machen. Da dieser aber nicht auf unserer Rundtour lag und der Weg über Barcelonnette unser Tagesprogramm gesprengt hätte, entschlossen wir uns nur die Südrampe bis zur Passhöhe zu fahren und dort Kehrt zu machen. Sepp und ich fuhren mit Martin den Pass schon vor zwei Jahren und wussten daher, welche tollen Ausblicke uns dort erwarten würden. Zum Asphalt muss man sagen, dass dieser nichts für Warmduscher ist. Dieser zieht sich bis auf die Passhöhe mit Schlaglöchern und unterschiedlichsten Gorges de DaluisBelägen durch. Das Panorama ist jedoch traumhaft. Der Col de la Cayolle, mit seiner Höhe von 2.326 Metern, verbindet die Daluis-Schlucht mit Barcelonnette im Norden. Wer in den Seealpen unterwegs ist, sollte diesen auf jedenfall mitnehmen.
Auf der Spitze angekommen ließen wir noch ein Gruppenbild von einem Schwabenkollege aus Tuttlingen knipsen, um dann wieder kehrt Richtung Daluis Schlucht zu machen.
Die Gorges de Daluis sind uns auch noch von vor zwei Jahren in Erinnerung geblieben und diese Erinnerungen wollten wir wieder auffrischen. Das Tunnelsystem zwischen Daluis und Guillaumes schlängelt sich an senkrecht abfallenden Sandgestein-Fellswänden dem Tal entlang, in dem die Var fließt. Wer noch nie dort war, sollte diese auf jedenfall besuchen, wenn er in der Nähe ist. Campingplätze sind dort ebenfalls vorhanden, auch wenn teilweise etwas versteckt.
Über Guillaumes haben wir unsere Rundtour schließlich Richtung Annot wieder geschlossen und den gewohnten Weg über Castellane zum Campingplatz genommen. Super Tour!

 

 

Tour 2 (ca. 240 km):

Castellane - Route Napoleon - Route la Riviere - Grasse - Cannes - Mittelmeer - Cannes - La Baisse - Grasse - Castellane

Auf dem Weg ans MeerAm heutigen Tag stand ein Trip an die Côte d'Azure an, da jeder von uns in diesem Urlaub mindestens einmal ans Meer wollte.

Der Weg ans Meer ist recht simpel: Einfach der Route Napoleon folgen. Uns jedoch zu simpel, so dass sich Sepp dazu bereit erklärte, als Tour Scout uns eine Alternativ-Route durchs Hinterland abzustecken. Wo genau die verlief kann ich leider nicht mehr sagen. Jedoch sind wir schätzungsweise nach La Garde gleich den ersten Abzweig von der Die Côte D'AzureRoute Napoleon links ab Richtung Peyroules, um dann über Caille schließlich aus dem Norden kommend in Saint-Vallier-de-Thiey wieder auf die Route Napoleon zu stoßen. Von hier aus sind wir durch Grasse, über Cannes und dann die Küstenstraße entlang Richtung St.Raphael gefahren. Jedoch nicht weit. Der Küstenstraße entlang haben wir direkt an der erstbesten Bucht (Panorama), die nicht überfüllt war, gehalten, um uns unser Meerbad zu genehmigen.

Nach ein paar Klippenspringereien und etwas getankter Sonne, machten wir uns auch schon wieder auf den Weg. Im Zurück verhaspelten wir uns jedoch in Cannes und bogen ungewollter Weise auf die Autobahn ab. So fuhren wir ca. 20 Autobahnkilometer in die Pampa, um diese mit 2 Euronen zu bezahlen. Die lohnten sich allerdings, denn den Weg den wir über Land zurück nach Cannes nahmen war super. Die Ausfahrt bei La Baisse geht es hier über Le Couvent zurück nach Cannes. Super geile Straße, die wir so nie entdeckt hätten.
Der restliche Rückweg sollte zur Standardprozedur werden: Grasse passieren und dann über die Route Napoleon zurück zum Campingplatz. Jedoch kam das wieder ganz anders als geplant.
Nach kleineren Motorproblemen von Thomas' Gixxer und Batteriespielchen von Michis CBR riss zu guter Letzt auch noch Lutz' Gaszug an seiner Bagira 600. So machten wir uns in zwei Gruppen zurück zum Campingplatz. Einer Problemkindgruppe und einer Wir-wollen-noch-ein-bisschen-heizen-Gruppe. War trotzdem ein schöner Ausflug :-)

 

 

Tour 3 (ca. 350 km):

Castellane - Entrevaux - Nice - Sospel - Col de Braus - Col de Turini - Col St Martin - Col de la Couillole - Gorges Sup. du Cians - Castellane

Col de Turini Col de Turini

Da ein Kollege von uns wegen eines Termins vorzeitig das Feld räumen und einen Flug in Nice bekommen musste, entschlossen wir uns den Transport dorthin gleich weiter für eine Tour zu nutzen. Allerdings entschlossen wir uns nicht für die reguläre Anfahrt, die über Grasse erfolgt wäre, sondern die über Entrevaux. Hinten rum quasi.

So ging es morgens gleich los, Fleck mit Lutz auf dem Soziusbrötchen im Gepäck. Wie schon gewohnt am Lac de Castillon und Annot vorbei und durch Entrevaux, um schließlich, 114 Kilometer und 1,5 Stunden später, aus dem Norden kommend in Nice einzutreffen.

Kurz verabschieden und schon wurde weiter besprochen wo es hinging. Natürlich nicht ganz ohne Vorbereitung.
Von Nice aus fuhren wir nun Richtung Sospel, um den Col de Turini, den Col de St. Martin und den Col de la Couillole in Empfang zu nehmen. Hinter Nice, durch L'Escarène hindurch Richtung Sospel, findet man den Col de Braus (1.002 Meter, 360°-View). Ein kleines Pässchen, das es mit seinen Kehren allerdings in sich hat. Der Pass ist nicht besonders lang, wenn man die Kehren jedoch in so einem Affenzahn hinauf hetzt, sind selbst diese anstrengend ;-)

Col de Turini
Col de Turini

In Sospel angekommen, fuhren wir weiter Richtung Moulinet, wo uns kurz danach der Col de Turini (360°-View) empfang. An sich eigentlich ein scheiss Asphaltbelag, der da auf einen wartet, aber die Aussicht und der Streckenverlauf auf der Werstrampe entschädigt meiner Meinung nach alles. Nur geil. Die Passhöhe liegt auf einer Höhe von 1.607 Metern. Außerdem wurde der Col de Turini von Galileo (uiiiiii galileo, ja ich weiß..) mal zu einem der gefährlichsten Pässen der Welt gekührt. Klar, ein paar uneinsichtige Kurven sind dabei und auf der Ost-Rampe ist der Asphalt bedeutend schlechter, aber als "gefährlich" würde ich ihn nicht bezeichnen.

Der Col St. Martin, der auf den Turini folgt, ist nicht so der Brüller. Ein paar schöne Kurven, doch alles in allem, hat er keinerlei Passallüren. Man merkt nicht wirklich, dass man einen Pass überquert. Seine Passhöhe liegt zwar auch auf 1.500 Metern, aber mai... man fährt ihn halt.

Der Col de Couillole trumpft danach nochmal mit 1.678 Metern auf. Hoch sind die Pässe dort in den südlichen Seealpen aber alle nicht so sehr. Die höheren Pässe warten weiter nördlich auf. Guten Asphalt weisen die aber auch nicht unbedingt auf, ist ja aber klar. Generell gilt eh, je höher der Pass, desto schlecht der Belag. Dennoch... gefahren sein sollte man diese Pässe jedoch trotzdem. Der Spaßfaktor, das Panorama mit seinen unvergleichlichen Ausblicken... jeder der selbst gern Pässe fährt, weiß wovon ich spreche ;-)

Nach diesem Passfeuerwerk bogen wir in Beuil wieder südlich Richtung Entrevaux ab. Hier kommen die Gorges Sup. du Cians. Eine fahrerisch richtig geile Strecke. Kurze, schnell aneinander hängende Kurven bereiten hier jede Menge Spaß und führen Richtung Entrevaux. Kurz vor Entrevaux links abgebogen immer den Wegweisern Castellane hinterher, war auch diese Tour viel zu schnell wieder vorbei.

 

 

 

Mit dabei waren (v.l.n.r.): Lutz (Bagira 600), Thomas (GSX-R 1000 K6), Michi (CBR600 RR '04), Fleck (CBR600 F '91), Tom (ZX6R '98), Sepp (ZX6R '00)

Laufalau!

 

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