|
Tour Übersicht:
Pfalzgrafenweiler - Bozen / Leifers - Pfalzgrafenweiler
4 Tage, ca. 1600 km
Urlaubsvideo in HD
|
Tag 1 (ca. 650 km):
Pfalzgrafenweiler – Lindau – Meran – Stelvio - Bormio - Cles - Bozen - Leifers
Die Route abgesteckt und mit riesiger Vorfreude bewaffnet, heulten punkt 6 Uhr die Motoren im laufalau-Fahrerlager auf. Noch kurz den Kollege in der Seitenstraße eingesammelt und los gings. Geplant war: Von Pfalzgrafenweiler aus auf die A81, Stockach, Bregenzer Wald, Lech, Reschenpass, Stilfser Joch, Gaviapass, Tonale Pass, Mendelpass, Bozen. Genauer Leifers. Denn da sollte unsere 5-Mann Blockhütte (1 Mann leider ausgefallen) auf uns warten. Im Camping Steiner.
Zugegeben... die 9 Grad waren noch recht frisch, aber zu unserer Freude konnten alle Wetterprognosen eingehalten werden und wir wurden für das fleißige Hoffen mit trockenen Straßen belohnt. Also über Horb auf die Autobahn 81 Richtung Singen. Dann das übliche Prozedere: Kurz Tanken, Stockach runter und den Bodensee entlang. Aufgrund unserer frühen Abreise, lief das alles wie Butter.
Diesesmal führte uns unsere Route jedoch nicht durchs Allgäu, sondern über den Bregenzer Wald. In der Nähe von Egg erste Kurven unter die Reifen genommen, wurde unseren Endorphinen erstmal der Blocker zwischen die Beine getreten. Die Streckenkontrolle... wir, schön am Herausbeschleunigen, um die Kurve herum (quasi mit Ankündigung), stand schon die Uniform in schön grellgelb getarnter Warnweste mit der Kelle auf der Fahrbahn und winkte uns heraus. Einwandfrei. Das voll Programm: Fahrzeugkontrolle und Soundcheck. "Die rote Honda könntsa glei rüba nehmen", sagte der eine. Da war uns gleich Angst und Bange. Denn die rote Honda war die "subjektiv" lauteste im Bunde. Nach langem Pallaber und ein paar maligem Ziehen am Gashahn wurde die Honda dann für in Ordnung befunden. Lediglich die E-Nummer wurde verlangt. Puh... Erleichterung machte sich breit. Irgendwie hatte die Polizei selber keine Lust, da das Mikrofon gar nicht angeschlossen war. Doch zu früh gefreut. Bei unserem Gruppen-ältesten, mit der CBR 1100 XX wurden "abnorme Dängeleien am Rehral (dB-Killer)" ausgemacht und sofort für "an Schaaaaaß" (Scheiss) befunden. Nach Messung und vollen 30 Minuten später, wurde allerdings auch die XX mit 91 dB für legal erkoren. ABFAAAAAAAAAHRT. Mann... unser ganzer Zeitplan war (schier gar) durcheinander :-)
Also setzten wir unsere Tour offiziell geprüft fort. Eine Quitting für als "legal geprüft" erhielten wir auf Anfrage jedoch nicht ;-) Weiter gings über Lech, Landeck, Richtung Reschenpass. Mit den Kilometern lockerte auch der Himmel auf, der uns mittlerweile schon sonnige Stunden bescherte. Scharf auf das Stilfser Joch, das im Jahr zuvor auf der Nordseite noch gesperrt war, fuhren wir über den Reschenpass (1.504 Meter). Er verbindet den Südtirol mit dem Tirol und überquert den Alpenhauptkamm. Die Auffahrt aus nördlicher Richtung ist wirklich schön, die Abfahrt eigentlich auch, war jedoch völlig mit Deutschen Autos überlaufen. Kurz vor dem Stilfser Joch, unten im Tal, stärkten wir uns noch mit einem Schnitzel. Dann gings los: 48 Kehren standen uns bevor. Yiiiha.

Kehre um Kehre geht es hier bis auf die Passhöhe des Stilfser Jochs (2.757 Meter, Video kommt). Er ist der höchste Pass Italiens und der zweithöchste asphaltierte (nach dem Col de l'Iseran) Pass der Alpen. "Schee isch anderscht" würd der Schwabe sagen. Aber auch wenn die mehr als engen Spitzkehren, die bei Gegenverkehr noch behinderter zu fahren sind, nicht gerade das Paradies für Supersportler darstellen, macht das Stilfser Joch dennoch einen Heidenspaß.
Nach kurzer Fotopause auf der Passhöhe gings dann auch schon weiter. Abwärts Richtung Gaviapass. Die Süd-West-Rampe des Stilfsers also bei Sonnenschein heruntergependelt, stieg schon die Vorfreude auf den Gaviapass, dessen Nordrampe sehr schön zu fahren ist. Mit zunehmender Höhe wird der Asphalt etwas löchriger, aber dennoch gut fahrbar. Mit kaum Verkehr konnten wir unserer Gashand also (soweit einsichtig) freien Lauf lassen, um auf der Passhöhe des Gaviapasses (2.618 Meter, Video kommt) durch meterhohen Schnee zu fahren.
 |
Im Jahr zuvor jedoch, war noch wesentlich mehr Schnee vorhanden. Nichts desto trotz eine geile Auffahrt. Die nicht weniger geile Südseite des Gaviapasses weist an manchen Stellen eine zwischen 1,5 - 3 Meter schmale Fahrbahn auf, was zwischendurch auch mal recht abenteuerlich sein kann. Vor allem, wenn mitten in einer nicht all zu breiten Kehre ein BMW-Fahrer anhält, um uns passieren zu lassen, das Gleichgewicht verliert und mich fast mit in die Fahrbahnmitte reißt. Doch das ging zum Glück nochmal gut aus - für mich :-) (Ihm und seinem Moped ist auch nix passiert, keine Angst.)
Den Gavia hochzu's, fuhr Michi schon auf Reserve, abwärts dann größtenteils nur noch im "Economy"-Gang, um jeden Tropfen zu sparen. Also bevors auf den Tonale Pass ging erst noch kurz Richtung Edolo die erstbeste Tanke genommen und wieder umgedreht. Der Tonale Pass (1.884 Meter) zieht sich über 40 km bis nach Cles bei geringem Gefälle. Von letztem Jahr hatte ich diesen gar nicht mehr so kurvig in Erinnerung. Nachdem die Passhöhe passiert ist, weiter Richtung Cles, kommt eine ganze Kurvenkombination, die stark an den Mendelpass erinnert. Sau geil. Hier lässt sich das Moped richtig schön durchwedeln und sich von einem Knie aufs andere legen :-) Der Mendelpass (1.362 Meter), der zwischen Cles und Bozen liegt, ist da aber nicht weniger schön. Ganz im Gegenteil. Seit ich letztes Jahr zwei mal dort unten war, hat es mir dieser am meisten angetan. Von Kehren über lange Kurven bis hin zu schnellen Kurvenkombinationen bietet der Mendelpass alles, was ein Motorradfahrerherz so begehrt. Erstaunlich wie der Mendelpass uns in seinen Bann riss, trotz 9 Stunden Fahrzeit und reichlich Schmerzen in den Knochen. Unten angekommen gings dann am Kalterer See vorbei, über Auer, direkt nach Leifers. Noch schnell das Häuschen bezogen, ein paar Bier besorgt und für Essen gesorgt. So klangen wir den Rest des Tages aus.
www.hotelsteiner.com
3 Übernachtungen, 5-Personen Blockhütte, pro Kopf 40 Euro

Tag 2 (Rennabbruch)
Leifers - Bozen - Karer Pass - Canazei - Leifers
 |
Tag 2 ist schnell erzählt: Gleich um 8 Uhr losgefahren, machten wir uns bei strahlendem Sonnenschein von Bozen aus Richtung Sella-Runde auf. Über den Karerpass Richtung Canazei. Doch Meter um Meter zogen die Wolken zu. Schon bevor wir in Canazei ankamen, fing das Regnen an, so dass wir in Canazei kurz unterstanden und eine Lagebesprechung hielten. So wurde kurzerhand beschlossen wieder nach Bozen zurückzukehren, da dort das Wetter bekanntlich besser ist. Richtung Pordoijoch sahs zumindest ziemlich duster aus. Also wieder zurück. In Bozen angekommen, zogen die Wolken tatsächlich über uns hinweg. Das nutzten wir natürlich und machten unsere Mopeds startklar für den Mendelpass. So hätten wir zumindest unsere Mindest- Dosis an Kurven für diesen Tag erreicht. Also über Bozen ab zum Mendelpass. Kaum waren wir auf den ersten Metern des Mendelpasses, geschmeidig durch die erste Kurve gepacet, stand auch schon die Streckenkontrolle auf der Fahrbahn. Aaaaaalter - nicht schon wieder. Zum Ärgerniss kam hinzu, dass einer von uns die Papiere auf dem Campingplatz vergessen hatte, nachdem er etwas aus dem Geldbeutel geholt hatte. Somit war auch die Weiterfahrt auf den Mendelpass unterbunden. Klar, wir hätten allein weiterfahren können, aber Kameradenschweine sind wir nunmal keine. So nahm der Tag sein Ende bei gemütlichem Grillen und Bier. Zumindest das überzeugte in gewohnter Manier.
Tag 3 (ca. 275 km)
Leifers - Bozen - Karer Pass - Pordoi Joch - Falzarego Pass - Drei Zinnen Pass - Furkelpass - Würzjoch - Leifers
An diesem Tag stand erneut die Sella-Runde auf dem Programm. Als am weit entferntestes Tagesziel setzten wir uns die Drei-Zinnen. Also gleich wieder früh morgens los, über den Karerpass, Richtung Canazei. Mit ein, zwei Hinterradrutschern wollte uns der Reifen an diesem Tag signalisieren, dass wir auf der Hut sein sollten. Der Asphalt war vom Vortag leider an vielen Stellen noch nass. Auf vielen Passagen war es jedoch auch trocken, so dass die Fahrmoral trotzdem gut blieb. An Canazei vorbei Richtung Sella-Runde fuhren wir rechts ab, das Pordoi Joch (2.239 Meter) hoch. Das Pordoijoch, von Canazei aus hochwärts, ist meiner Meinung nach der schönste Pass der Sella-Runde, doch heute wurde das Tempo durch den hier sehr nassen Asphalt begrenzt. Wettertechnisch sah es aber zumindest ab und zu etwas optimistischer aus. Vom Pordoi Joch aus ging es nun Richtung Cortina. Somit erstmal die Ost-Rampe nach Arabba runter. An Livinallongo del Col di Lana vorbei schlängelt sich der Falzarego Pass bis auf 2.105 Meter.
Die Landschaft dort oben ist wirklich super. Der Ausblick wurde uns durch den in den Höhen hängenden Nebel aber verwährt - leider. Der Falzarego Pass verbindet das Cordevole-Tal als auch den Buchenstein mit Cortina d'Ampezzo. Die Landschaft ist Felsbrocken übersäht und bietet bei klarem Wetter ein tolles Panorama.
 |
 |
Unser Ziel jedoch, die drei Zinnen, lagen noch östlicher. So fuhren wir den Falzarego Pass runter nach Cortina und von dort aus den Drei-Zinnen-Pass bis Misurina. Von hier aus geht eine asphaltierte Straße bis zur Auronzohütte (2.320 Meter). Dort wollten wir ursprünglich hin. Jedoch wussten wir nicht, dass es eine Mautstraße war. So standen wir vor der Mautstation mitten im Nebel und erblickten den stolzen Preis von 11 Euro. Das war uns für ein Blick ins Trübe dann leider doch zu viel und wir drehten um. Die Drei Zinnen (höchster Gipfel auf 2.999 Meter) gelten als eines der begehrtesten Ziele im alpinen Klettern. Gesehen haben wir sie leider nicht. Schön wars aber trotzdem, auch ohne all zu viel Ausblick.
Von Misurina aus setzten wir unseren Trip dann nördlich Richtung Dobbiaco fort. Nach einer stärkenden Pizza ging's weiter über Valdora di Sopra und dort links ab Richtung Marebbe. Hier befindet sich der Furkelpass, auch Furkelsattel genannt. Die Passhöhe befindet sich auf 1.789 Meter, wo sich ein künstlich angelegter See befindet, der sich als kurzer Zwischenstop sehr gut eignet. Der Pass zeichnet sich durch relativ enge Straßen aber guten Asphalt aus. Hier wurden auch wir mit Sonnenstunden belohnt und hatten so bei der Abfahrt herrliche Ausblicke auf die Dolomiten. Im Norden des Passes befindet sich der 2.275 Meter hohe Kronplatz, im Süden der Piz da Peres mit 2.507 Metern. Weiter Richtung Chiusa befindet sich circa eine halbe Fahrstunde nach dem Furkelsattel das Würzjoch (2.003 Meter). Dieses verbindet das Gadertal mit dem Eisacktal. Auch hier sind die Straßen eher eng, dennoch sehr gut asphaltiert. Verglichen mit den anderen Pässen in den Dolomiten ist beim Furkelpass und dem Würzjoch das Verkehrsaufkommen sehr gering. Auf der ganzen Strecke, die wir dort zurücklegten, konnten wir die anderen Verkehrsteilnehmer fast an einer Hand abzählen. Also sehr zu empfehlen. Nach dem Würzjoch gings dann wieder ab Richtung Bozen / Leifers, wo wir den Rest des Tages locker ausklingen ließen. Dem Regen sind wir auf den letzten Kilometeren gerade noch davon gekommen.

Tag 4 (ca. 550 km)
Leifers - Bozen - Meran - Reschenpass - Imst - Hahntenjoch - Alpsee - A81 - Pfalzgrafenweiler
 |
Der Tag der Abreise. Der Plan lautete wie folgt: Bozen und Meran durch, über den Reschenpass nach Imst, von dort übers Hahntenjoch am Alpsee vorbei bis an den Bodensee, dann auf die A81 und nach Hause. Also wieder jede Menge Kilometer. Das Wetter spielte an diesem Tag wieder mit und wir konnten im Trockenen abreisen. Zu dem Gependel gibt es nicht sehr viel zu sagen. Über Meran bis zum Reschenpass nichts Aufregendes, genauso wie der Reschenpass an sich. Das Hahntenjoch war völlig überfüllt. Passend zum Tag, waren sehr viele Sonntagsfahrer unterwegs. Das und die langsam doch schmerzenden Knochen veranlassten uns zu einem kurzen Zwischenstop, um uns bei einem Schnitzel mit Pommes wieder zu stärken. Viel geändert hatte sich aber leider nicht. Am Alpsee vorbei, kurz vor dem Bodensee den Westkinberg herunter gepacet, hat sich dann noch ein Supermotofahrer in die Leitplanke geschossen. Zum Glück aber nicht viel passiert. Den Bodensee entlang zog sich Kilometerlanger Stau, der sich erst auf dem Autobahnzubringer wieder langsam löste. Ab da an, wären wir einem Tempomaten sehr dankbar gewesen. Doch wer schön sein will, muss leiden.
Eine super 4-Tages-Tour mit reichlich Passkilometern und schönen Ausblicken in die Dolomiten.
Mit dabei waren: Sepp (ZX-6R '00), Tom (ZX-6R '98), Sadin (CBR 1100 XX '00) und Michi (CBR 600RR '04)

|