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Adria-Dolomiten-Tour - 31.07 - 11.08.2010
Geschrieben von: tom.k1   
Adria-Dolomiten-Tour Karte

Tour Übersicht:

Pfalzgrafenweiler - Zell am See (Österreich) - Ankaran (Adria Slovenien) - Lago di Santa Croce (Italien, Dolomiten) - Kaltern (Italien, Südtirol) - Pfalzgrafenweiler

12 Tage, ca. 1800 km + ca. 400 km Tagestrips

Urlaubsvideo (komplett 15 Mins)

 

 

Tag 1 (ca. 540 km):

Pfalzgrafenweiler – Lindau – Innsbruck – Zell am See

Abfahrt Zuhause

Dem Countdown auf www.laufalau.comtag täglich mitgefiebert, dem Tag der Abfahrt endlich zum Greifen nahe gekommen, war es endlich soweit. Nach stärkendem Frühstück gröhlten um Punkt 8 Uhr morgens die ersten Motoren im Fahrerlager in Bösingen im schönen Schwarzwald. Dieses mal zu viert von der Partie mit Sepp, Mottler, Thomas und me, myself Tom.

Ganz im Gegenteil zum Wetterverlauf der vorangehenden Woche, hatten wir zur Abfahrt bestes Wetter und auch wieder ordentliche Plus-Grade. Also optimale Bedingungen. Der Plan für den ersten Tag lautete wie folgt:

Die Autobahn 81 bis zum Bodensee runterblasen, dann über Lindau durchs schöne Allgäu, rüber über den Namlospass, danach den Fernpass und anschließend nach Innsbruck südlich durchs Zillertal Richtung Zell am See.

 

Bruchpilot Sepp beim Fußkühlen mit seinen Malen
Die zerklüftete Passumgehung des Gerlospass

Nachdem das ätzende Stück Autobahn und das Rumgeeiere dem Bodensee entlang also zurückgelegt war, traten wir erste schöne Streckenabschnitte im, uns nicht unbekannten, Allgäu an. Das Oberjoch (1.136 Meter), direkt nach Bad Hindelang kurz vor der österreichischen Grenzüberschreitung, bereitete uns leider nur eine ziemlich hohe Verkehrsdichte, anstatt uns mit seinen Streckengegebenheiten zu begeistern. Ist aber definitiv ein schönes Pässchen und hat klasse Kurven im Petto. Direkt im Anschluss, schon auf österreichischem Boden, machten wir am Haldensee (180°-View) einen kleinen Zwischenstopp. Das Panorama dort ist traumhaft. Allerdings waren wir auf Durchreise und hatten somit keine Zeit zu verschwenden, lediglich für ne Coke und uno gelato.

Im Anschluss, Richtung Weißenbach runter, gab es den ersten kleineren Zwischenfall. Wobei man „klein“ ausklammern kann. In einer Rechtskehre wollte der Reifen von Sepp nicht ganz die Schräglage fahren, die Sepp von ihm verlangte. Ich, direkt dahinter, konnte somit schön mit ansehen wie der Reifen einfach nach links wegschmierte.

Nach kurzen Schrecksekunden, stellten wir Moped und Fahrer wieder auf. Entwarnung: Beide waren mit leichten Blessuren davon gekommen. Das Moped (leider) ein paar Schleifspuren und Sepp blöderweise mit angeschlagenem Schaltfuß, was für ihn das blödeste war. So war schnelles Schalten und Gewichtsverlagerung nicht mehr drin. Jedoch fuhren wir frei nach dem Motto „laufa lau muaschs ewl“ munter und beinahe ungehemmt weiter :D

Der nahezu unbefahrene Namlospass bereitete der ganzen Truppe erneute Glücksgefühle, die wir im Anschluss direkt dazu nutzten, um den (wie erwartet) völlig überfüllten Fernpass (1.210 Meter), der mit Stau geflutet war, zu überdauern.

Nun ging’s an Innsbruck vorbei bis nach Jenbach, wo wir dann südlich das Zillertal entlang fuhren, um nach Zell am Ziller Richtung Mittersill gen Zell am See abzubiegen. Hier bietet sich direkt nach Gerlos der Gerlospass (1.531 Meter) auf, der die Straßenverbindung zum Tiroler Zillertal darstellt. Aufgrund einer etwas bescheidenen Naviführung, umgingen wir diesen blöderweise. Am Fuße der Westrampe des Gerlospass geht ein kleiner Weg links ab, der den Pass quasi auf der nördlichen Seite durch das Tal umgeht. Die Strecke war witzig, mit seinen teilweise fast 10 cm tiefen Schlaglöchern und mit Flicken übersähten Asphalt jedoch eher NICHT für Supersportler geeignet. Dennoch… Laufa lau!

Zell am SeeNachdem diese Holperfahrt absolviert war, lag Zell am See (360°-View) nicht mehr fern. Dort trudelten wir dann etwa gegen 17 Uhr am Südufer Camping (360°-View) ein. Ein schöner Campingplatz, 300 Meter vom See entfernt, mitten im schönen Grün. Saubere Sanitäranlagen, super Panorama und klasse Restaurant unmittelbar am Ufer. Jaaaaawooooi Oooooidaaa!!!! Korreeekt!

www.camping-suedufer.at

 

Preis Campingplatz pro Nacht: 54,60 € (4 Personen, 3 Zelte, 4 Mopeds, + Strom)

 

 

 

Tag 2 (ca. 300 km)

Zell am See – Großglockner – Tolmezzo – Udine – Trieste – Ankaran

Hochalpenstrasse Auf der Edelweißspitze mit Blick auf den Großglockner
Blick von der Edelweißspitze auf Zell am See Pisspause

Aufgrund des uns doch etwas Sorgen bereitenden, sehr angeschwollenen Fußes von Sepp, der nur unter großen Schmerzen (und zu seinem Bedauern ohne Wollsocken) in den Stiefel passte, wurde in der Gruppe einstimmig der Plan geändert: Statt in Slovenien noch im Nirgendwo einen Zwischenstopp einzulegen, hatten wir nun vor, direkt an die slovenische Adria nach Ankaran durchzufahren, um schon früher als geplant zu relaxen und Sepp seinen Fuß auskurieren kann. War uns allen recht!

Nach dem Kurz-Frühstück im Camp, besorgten wir uns dort auch gleich vergünstigte Tickets für die Großglockner Hochalpenstraße (Panorama) (statt 18 €, „nur“ 16 € pro Mann). Auf der Hochalpenstraße war auch relativ viel Verkehr, die Kurven machten jedoch schon mal mächtig Lust auf Mehr! Und die Aussicht von der Edelweißspitze (2.577 Meter, 360°-View)war atemberaubend. Diese ist ein nord-östlich des Großglockners liegender Gipfel, der nur über eine sehr schmale, gepflasterte Straße erreichbar ist. Die ist über 7 Kehren und maximal 14% Steigung zu bestreiten. Die Spitze bietet unter anderem Blick auf den 3.798 Meter hohen Großglockner.

Die Abfahrt ins Tal bot bei top asphaltierten Straßen tolle Kurven und ließ uns alle unter den Helmen grinzen. Die Fahrt Richtung Udine (Italien) führte uns über den Plöckenpass (1.357 Meter). Den nahmen wir aufgrund unserer Umplanung eigentlich eher zufällig mit. Der Plöckenpass verbindet in den karnischen Alpen Österreich mit Italien und führt ins italienische Friaul, wovon es weiter nach Tolmezzo, am östlichen Ende der Dolomiten, geht. Der Pass ist wirklich schön zu fahren und bot uns mit einem einheimischen Audi 100, der auf Rallye-Kurs unterwegs war, eine sehr gelungene Abwechslung (leider keine Cam angehabt).

Mottler Riss in der Kanzel
Adria Ankaran Camping

Nach Tolmezzo fuhren wir dann auf die A23, über die A4 weiter Richtung Trieste. Nachdem wir die Kilometer Richtung Meer abgeleiert hatten und vor Trieste noch die Autobahngebühr zu bezahlen hatten, bot sich an Tag 2 gleich das nächste knirschende Ereignis: Sepp und ich waren längst durch die Automassen durchgequetscht, hatten bezahlt und warteten nach der Mautstelle. Mottler jedoch war beim Geldbeutel-rauskramen mit geschätzten 0,25 km/h im Standgas auf den voran fahrenden Pickup aufgerollt, was bei ihm einen Riss in der Kanzel und beim Pickup leichte Lackschmierer zur Folge hatte. Die Rumänen wollten erst bares in Form von 50 Euro sehen, waren dann aber noch gnädiger und mit der bloßen Entschuldigung zufrieden. Eine im ersten Moment blöde, aber im Nachhinein brutal lustige Aktion. Mottler, Mottler, Mottler.. brrrrrrr…

An Trieste vorbei, fuhren wir nun weiter die Küstenstraße entlang über die slovenische Grenze und genossen die Meerluft und den tollen Ausblick auf die auch wenn nicht gerade karg besiedelte Küste.

In Ankaran angekommen, suchten wir uns auf dem Campingplatz direkt einen optimalen Platz aus. Super viel Platz, in der Nähe der Sanitäranlagen und unweit vom Strand. TOP! Der Campingplatz „Camping Adria Ankaran“ (360°-Strandview) ist ein wirklich großer Campingplatz mit großen, sauberen Sanitäranlagen, vielen Restaurants, Bars, Freibad, eigenem Strand mit Stegen, etc.

www.adria-ankaran.si

 

Preis pro Nacht: 52 € (4 Personen, 3 Zelte, 4 Mopeds, + Strom)

 

 

 

 

Tag 3, 4, 5, 6 - Camping Adria Ankaran

Slovenische Adria

Grill- und Bierorgie auf dem Campingplatz Das Bierboot: Bier- und Menschentransport in einem
Ankaran bei Abend Bier statt Tankrucksack

Die 5 Tage im Camping Adria Ankaran ließen wir es uns bei reichlich Bierfluss, bestem Bohnenfutter, Steaks, Würstchen, Meerwasser und massig Sonne gut gehen. Eine kleine Ausfahrt sorgte für Abwechslung und etwas Kurventestesteron (Video kommt). Unserm kurvengeilen Berliner Thomas war das nicht genug und so quälte er sich an zwei weiteren Tagen bei 35 Grad erneut in den Kombi, um ein paar Kurven in Angriff zu nehmen. Sepp wurde vom Campingarzt noch ins Krankenhaus geschleppt, um seinen Fuß zu röntgen: Nix kaputt. Einwandfrei!

Das einzig unangenehme dort war die Nacht, in der es anfing zu regnen, stürmen und gewittern. Sepp und ich schliefen in einem Zelt, das leider nicht wirklich regendicht war. So lief das kühle Nass die komplette Innenwände herunter und klatschte mit jedem Windstoß das Wasser ins Gesicht. Nachts um 3 Uhr, kein Auge geschlossen, war der Schlafsack und Rücken schon komplett Nass, so dass wir zwei uns dazu entschieden, auf dem Fußabtreter unter einem Vordach der Wellnesshalle nebenan zu nächtigen. Eine Stunde Schlaf, nasse Pfoten und eine leichte Erkältung waren das Ergebnis. Folglich… sollte man nicht am Zelt sparen ;)

Abgesehen davon eine sehr, sehr, seeeeeehr geile Zeit dort.

 

 

 

Tag 7 (270 km)

Ankaran – Udine – Tolmezzo – Ponte Nelle Alpi – Lago di Santa Croce

Unterwegs im größten Seuch
Sieht aus wie die Sau: die Gixxer
Unser Camp aufm Camping Sarathei

Für diesen Tag waren die Wetterprognosen nicht so ideal und daher sahen wir zu, dass wir früh los kamen. An der Adria noch bei Sonnenschein losgefahren, zog sich die Wolkendecke über die Autobahn hinweg immer weiter zusammen. Auf den ersten Kilometern in den Dolomiten, an Tolmezzo vorbei, fing es dann auch schon an zu regnen. So fuhren wir noch ca. 4 Stunden im herrlichsten Regen fast senkrecht durch Kurven, die wir so gerne gejagt hätten.

Vor Lozzo di Cadore liegt der Mauriapass (1.298 Meter). Die nicht sehr breit ausgebaute Strecke wäre bei trockenen Verhältnissen schön zu fahren, wir mussten sie aufgrund des bescheidenen Wetters jedoch eher als Mittel zum Zweck nutzen.

Auf weiteren schönen Strecken gleiches Spiel. Schade! Die Strecke ist allerdings sehr empfehlenswert. Schöne Kurven, guter Asphalt und bei gutem Wetter sicherlich auch schöne Ausblicke, erfreuen das Herz eines jeden Motorradfahrers.

Am Ziel in Farra d’Alpago am Lago di Santa Croce (360°-View), einem 386 Meter hoch liegenden Stausee in den Voralpen süd-östlich von Belluno, angekommen, entledigten wir uns erstmal unserer Regenkombis und wurden völlig aufgeweicht sehr freundlich von netten Sigmaringern auf einen wärmenden Kaffee eingeladen. DANKE :)

Abends, bei Bier, Burger (in Form von zwei Fleischscheiben) und einer Pommespizza, via Smartphone noch die Wetterlage gecheckt, hatten wir umdisponiert, am nächsten Tag direkt an den Kalterer See aufzubrechen. Da für Bozen nur bestes Wetter prognostiziert wurde und für den südlichen Teil der Dolomiten Regengüsse fiel die Entscheidung nicht schwer.

Stationiert waren wir für diese Nacht auf dem Campingplatz Camping Sarathei (360°-View). Die Lage südlich der Dolomiten ist bei guter Wetterlage eigentlich nicht schlecht. Von dort erreicht man viele schöne Pässe schnell. Der Campingplatz selber ist auch recht nett, mit sauberen Sanitäranlagen und eigenem Restaurant/Pizzeria, zumal er direkt am See liegt.

www.sarathei.it

 

Preis pro Nacht: 33 Euro (4 Personen, 3 Zelte, 4 Mopeds, ohne Strom)

 

 

 

Tag 8 (150 km)

Lago di Santa Croce – Belluno – Agordo – Moena – Cavalese – Kalterer See

An diesem Tag mit reichlich Sonne gesegnet nahmen wir den Spurt an den Kalterer See (360°-Seeview)in Angriff. Die Strecke durch die diversen Ortschaften bietet Abwechslung und zum Teil geile und viele Kurven. Pässe kommen unterwegs jedoch keine vor. So pendelten wir bei top Bedingungen gen Kalterer See. Je näher wir dem Südtirol kamen, desto wärmer wurde es. Schönes Gefühl. Wenn man von oben in die Weingegend des Südtirol einfährt wird es wirklich Meter um Meter wärmer. Der Kalterer See ist auch als wärmster Badesee in den Alpen bekannt, was wir vorher gar nicht wussten. Zu unserer Zeit hatte er meist 21 Grad, kann aber auch bis zu 28 Grad betragen. An der tiefsten Stelle ist der See nur 5,8 Meter tief, was ich leider erst im Nachhinein erfuhr, sonst hätt ich meinem abtauchenden Schnorchel doch noch hinterher können ;)

Im Kalterer See mit dem Treetboot Dämmerung bei Bier aufm Steeg: herrlich

Jedenfalls…am Kalterer See angekommen und vom ersten Campingplatz aufgrund keiner freien Plätze abgewiesen, fanden wir sogar auf dem Campingplatz unserer eigentlichen ersten Wahl ein freies Plätzchen. Dort genossen wir den restlichen Nachmittag auf einem Tretboot mitten auf dem warmen Kalterer See.

Der Campingplatz „Camping Gretl“ liegt direkt am Wasser und verfügt über ein eigenes Freibad (Seebad), das für Campingplatz-Nutzer kostenlos zur Verfügung steht. Zudem bieten sich reichlich Essensmöglichkeiten und ein kleiner interner Supermarkt. Der Campingplatz liegt 3 km vor der Weinstadt Kaltern (9 km südlich von Bozen) und somit auch sehr nah am Mendelpass, der unser Bikerparadies darstellte ;)

www.camping-gretl.it

 

Preis pro Nacht: 44,70 Euro (4 Personen, 3 Zelte, 4 Mopeds + Strom)

 

 

 

Tag 9 (210 km)

Sella Runde

Abfahrt in Kaltern

In Mitten von geilsten Motorradstrecken, machten wir uns an Tag 9 auf, den längsten und schönsten Tagestrip in Angriff zu nehmen. Außerdem auch den, mit den meisten abgeklapperten Höhenkilometern. An stand nämlich die berühmte Sella-Runde und zu der waren es natürlich auch erst Mal ein paar Kilometer. Diese Runde führt um ein plateauförmiges Bergmassiv namens Sella, dessen höchster Gipfel der Piz Gralba mit 2974 Metern bildet. Die Straße darum führt über vier Passhöhen. Die des Pordoijochs, des Campolongo-Passes, des Grödnerjochs und des Sellajochs.

Los ging es in Kaltern und von dort aus nach Bozen. In Bozen ist die Straßenführung für nicht einheimische manchmal etwas verwirrend. Zwar kamen wir klar, jedoch auch erst nach zweimaligem Umsehen. Von Bozen geht es nach Birchabruck (Ponte Nova). Hier schlängelt sich eine coole Straße mit bis zu 16% Steigung. Von nun an immer Richtung Canazei. Vorher gilt es noch den Karerpass (1.745 Meter, Video) zu überwinden. Er verbindet das Welschnofer Tal von Westen bzw. das Tiersertal (Nigersattel) mit dem Fassatal. Knapp unterhalb des Passes liegt der Karersee.

Auf der Passhöhe des Pordoijoch
Auf der Passhöhe des Grödnerjoch
Auf der Passhöhe des Sellajochs

In Canazei angekommen konnten wir endlich die Sella-Runde in Angriff nehmen. Ein paar Kilometer nach Canazei mündet die Straße von links vom Sellajoch kommend in die Kreuzung. Hier trifft sich die Runde wieder. Wir fuhren jedoch zuerst rechts, also die Runde gegen den Uhrzeigersinn. So war unser erster Aufstieg das Pordoijoch (2.239 Meter, Video, Panorama), welches den zweithöchsten mit durchgehend asphaltierter Straße ausgebauten Pass in den Dolomiten darstellt. Die Ostrampe war in unserem Fall deutlich geiler, als die Westrampe, wobei diese normalerweise auch abartig gut zu fahren wär. Aufgrund des vielen Verkehrs, waren wir allerdings mehr mit Vorbeidrücken, als mit freier Fahrt gesegnet. Anschließend die fast freie Abfahrt Richtung Arabba. Von dort aus geht’s wieder aufwärts nach Corvara in Badia.

Die Verbindung bildet hier der Campolongo-Pass (1.875 Meter, Video). Dieser stellt somit den niedrigsten der vier Passfahrten der Sellarunde dar. Der Pass ist allerdings nicht weniger geil, als das was sich vorher aufbot. Top Kurven und der Verkehr hatte sich bis dorthin mittlerweile auch weitestgehend verlaufen.

In Corvara angekommen ging’s gleich mit dem Grödnerjoch (2.121 Meter, Video, 360°-View) weiter. Der Asphalt das Grödnerjoch entlang ist sehr wechselhaft. Aber mit aufmerksamen Augen kein Problem. Auf der Passhöhe kann man auf einen kleinen Aussichtshügel (2 Gehminuten im Kombi ;) ) aufsteigen und hat von dort einen tollen Ausblick in das östlich liegende Gadertal und dessen mehrere Berggipfel. In den Westen bietet sich bester Blick auf den 3181 Meter hohen Langkofel. Anschließend die Abfahrt, wieder an einigen Autos vorbei, Richtung Pian de Gralba. Die West-Rampe ist ansich schöner zu fahren als die Ost-Rampe, zumindest was den Straßenbelag angeht.

Unten angekommen geht es direkt weiter übers Sellajoch (2.240 Meter, Ost-Rampe Video, West-Rampe Video, 360°-View). Die Auffahrt ist der Hammer. Macht mächtig Laune. Der Aufstieg bietet schönste Kurven. Über schnelle lange über kurze enge Kurven ist für jeden was dabei. Von der Passhöhe ist der Ausblick in beide Seiten des Tals wirklich toll. Auch hier haben wir uns auf eine kleine Erhöhung begeben, mussten nach ca. 50 Meter jedoch schon die erste Gelegenheit nutzen ein Foto zu schießen, da die Luft unterm Kombi einfach zu dünn wurde ;)

Die Abfahrt des Sellajochs Richtung Canazei ist nicht die überwältigendste bzw. einfach relativ kurz, bietet aber wie ich finde die geilste Landschaft der Runde: In Mitten von Felsgeröll, tollen Bäumen und massig Grün schlängelt sich die Straße hier hinab. Die Abfahrt, ab der Kreuzung zum Pordoijoch und zur Abfahrt nach Canazei, bietet ziemlich viel Abwechslung. Die waren wir ja bereits schon hochgefahren, hatten aber im hinab deutlich mehr Spaß, da wir im hinauf unzählige Roller, Busse und PKWs passieren mussten. Und das ist auf dieser Strecke gar nicht so oft möglich. Hinab allerdings war die Strecke nun schon öfters frei.

Alles in allem ist die Sella-Runde richtig geil zu fahren, auch wenn viele sich immer über den Asphalt beklagen. Aber von Straßen die bis auf über 2000 Meter führen, kann man kein Rennstreckenniveau erwarten. Die Ausblicke entschädigen sowieso alles.

Passhöhe Grödnerjoch Abstieg vom Aussichtsplateu des Sellajoch

Im Anschluss fuhren wir die Strecke gleich wie im Hin zurück. Auch wieder über den Karerpass, doch danach bei Welschnofen jedoch rechts ab auf den Nigersattel (1.688 Meter, Video) nach Bozen. Der Nigersattel oder auch Nigerpass, welcher nicht weniger gut asphaltiert ist als der Karerpass, besitzt tolle Kurvenkombinationen. Die Strecke führt allerdings die meiste Zeit durch den kühlen Wald, bietet gelegentlich aber auch schöne Ausblicke ins Tiersertal. Er verbindet das Tiersertal mit dem Karerpass.

Der weitere Weg ergibt sich über Bozen bis nach Kaltern. Im Nachhinein müssen wir gestehen, dass es sehr empfehlenswert ist, frühzeitig loszufahren, was den Spaßfaktor sicherlich noch um ein Vielfaches heben würde. Zumindest wer gerne etwas zügiger unterwegs ist. Ansonsten darf man sich die ganze Fahrt über mit Bussen, Rollern, Mofas und den guten alten, lästigen PKWs rumschlagen ;)

War aber dennoch sehr schön!

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Tag 10, 11

Kalterer See + Mendelpass (ca. 100 km)

Das Leben auf dem Campingplatz Deutsches Bier
Backflip über Sepp in den Kalterer See Auf dem Penegal, oberhalb des Mendelpass mit Blick auf den Kalterer See

Da vom Kalterer See aus, alle Strecken durch die Dolomiten, die wir nicht schon gefahren wären, zu weit weg waren und einen Tagestrip von mindestens 8 Stunden gebildet hätten…. entschieden wir uns dazu, einfach wieder etwas am See mit Bier, Bohnen/Pizza und reichlich Sonne (die alte Leier eben) zu chillen und abends eventuell eine Runde Mendelspass auf dem Mendelpass zu haben!

Der Tretbootverleih am Kalterer See ist wärmstens zu empfehlen. 9 Euro pro Stunde und dennoch haben wir für unsere 4-5 Stunden nie mehr als die Grundgebühr (1 St.) gezahlt.

Vom Wasser aufgeweicht und von den Pizzen gesättigt, haben wir uns abends dann 2 mal dazu entschlossen den Mendelpass (1.362 Meter, Video) zu fahren. Meiner Meinung nach einer der geilsten Pässe. Er bietet massig Kehren, lange Kurven, enge Kurven, Kurvengeschlängel und selbst eine Fahrt direkt an den Felsklippen entlang. Noch dazu von vielen Positionen aus einen super Ausblick. Wer noch höher aufsteigen will, kann bis auf die Spitze des Penegals (1.737 Meter, Video kommt) hoch. Das hatten wir auch getan. Als wir allerdings oben waren, auf dem Aussichtspodest, sahen wir Dunkle Wolken über dem Land wo die Schuschonen schon wohnen. Seeeeehr dunkle Wolken. Alles Schnell-Schnell brachte da nichts mehr. Einen dicken Regenerguss und schöne Windböen hatten uns den Mendelpass hinab begleitet. Jedoch, hatte sich die Auffahrt dafür mehr als gelohnt. Meiner Meinung nach zumindest

Am anderen Tag sind wir vom Mendelpass aus Richtung Meran über das Gampenjoch (1.518 Meter) gefahren. Dieses verbindet das Etschtal (Lana) im Norden mit dem Nonstal (Fondo), das am Fuße des Mendelpasses mündet. Der Pass ist sehr schön zu fahren und hat Richtung Norden eine sehr lange Abfahrt, mit einem sehr gleichmäßigen Gefälle von 8,5%. Von dort aus gings wieder südlich über Bozen, Kaltern an den Campingplatz.

 

 

 

 

Tag 12 (ca. 540 km)

Bozen – Innsbruck – Bregenz – Pfalzgrafenweiler

Ab nach Hause

Am zwölften Tag entschieden wir uns, dass wir die Flocke machen. iPhone und sonstige Wetterprognosen sagten sehr bescheidenes Wetter voraus. Für Bozen, wie auch für Deutschland, wo wir eigentlich noch Zwischenstopp am Alpsee machen wollten. Da das Wetter auch alles andere als verlockend aussah, entschieden wir uns also für die Autobahn und ließen Mendelpass, Gaviapass, Stilfserjoch und Hahntenjoch ausfallen. Leider :( So konnten wir die Nordrampe des Stilfserjochs wieder nicht fahren, haben so aber schon ein Ziel für die nächste Tour ;)
Die Heimfahrt war weniger spektakulär. Autobahn über den Brenner (1.374 Meter) nach Innsbruck, den Arlbergtunnel durch nach Bregenz, über Lindau wieder den Bodensee entlang auf die A81 und Heim.

War auf jedenfall ne richtig geile Tour. Die nächste wird allerdings ohne einen Ausreißer, wie in unserem Fall z.B. an die Adria, geplant. Der Kilometer-Verlust ist einfach zu mächtig, wofür man in den Dolomiten noch zahlreiche geile Strecken hätte fahren können. Aber… man lernt nie aus, auch in der Streckenplanung :)

 

 

 

Mit dabei waren: Sepp (ZX-6R '00), Thomas (GSX-R 1000 K6), Tom (ZX-6R '98) und Mottler (ZX-6R '09)

Laufalau!

 

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