| Südfrankreich - Seealpen 2009 |
| Geschrieben von: tom.k1 | ||||||||||||||||||
Tour Übersicht: Pfalzgrafenweiler - Grenoble/Herbelon - Lac de Ste Croix - Saint Raphaele (Dramont) - Guillaumes - Lansevillard - Lac de Neuchatel (Schweiz) - Pfalzgrafenweiler6 Tage, ca. 2300 km
Tag 1 (ca. 700km):Pfalzgrafenweiler - A5 - Freiburg - Mulhouse - Besancon - Chambery - Grenoble - Herbelon
Unsere Anfahrt in den Süden bewältigten wird ausschließlich über Land- und Nationalstraßen, da wir keine Lust hatten Autobahnmaut zu zahlen! Schwaben eben. Entsprechend hatten wir für die erste Tagesetappe von 700 km auch ca 9 Stunden gebraucht (Pausen einkalkuliert). In Herbelon, ca 40 km südlich von Grenoble, sollte ein Campingplatz direkt am See/Fluß auf uns warten. Jedoch ist es recht unwahrscheinlich nachts um 1 Uhr auf irgendeinem Campingplatz noch Einlass gewährt zu bekommen. Allerdings fand unser Navi Herbelon nicht mal, und den Karten nach, war es unmöglich dieses Örtchen auszumachen. Beide Aspekte im Hinterkopf entschieden wir uns dann relativ spontan für den Wald und nahmen den nächsten Abzweig:
- einwandfreie ruhige Lage
Tag 2 (ca. 230km):Serres - Sisteron - Oraison - Puimoisson - Lac de Ste Croix
Zwischen Serres und Sisteron gab es definitiv schöne Strecken zu fahren. Dort führten uns die Straßen am trocken gelegten Flußbett entlang, wovon aber leider kein Bildmaterial vorhanden ist. Der nächste höhe Punkt des zweiten Tages befand sich allerdings nach Sisteron. Dort liegt ein kleines Kaff namen s Malaij, direkt an der N85. Von dort aus fuhren wir einen kleinen Schleichweg richtung Pumichel bis Oraison. Auf der Strecke boten sich tolle Einblicke direkt ins Herz der Provence. Eigentlich war die Strecke vorher anders geplant und sollte als Abkürzung dienen. Die Zeiteinbuse, die wir für diese Strecke in Kauf nahmen, wurde durch Ausblicke auf Lavendelfelder soweit das Auge reicht, die kleinen Bauernsiedlungen und die lustigen, engen Straßen mehr als entschädigt. Doch unser eigentliches Tagesziel, der "Lac de Sainte Croix", der in die Verdon-Schlucht mündet, als Stausee hauptsächlich der Stromversorgung dient und maximal bis zu 90 Meter tief sein kann, sollte uns noch mehr Impressionen versprechen. Nach Eiereien durch unzählige Käffer trafen wir dort dann auch ein. Kurven und Asphalt dort waren erste Sahne. Der See selbst bietet viele Möglichkeiten der Aktivität. Nachdem wir völlig verschwitzt dort ankamen, fuhren wir noch vor Campingplatzsuche direkt an den Strand und mieteten uns ein Tretboot, um den Canyon zu erkunden. Wie man schnell erkennen wird, herrscht dort sehr reger Tretbootverkehr. Unser Camp haben wir schließlich im "Camping les Galetas" (83630 Aiguines) aufgeschlagen. Relativ leicht zu finden. Nördlich des Lac de Ste Croix von Moustiers Sainte-Marie kommend, fährt man auf die D957 ab und einfach immer Richtung See. Der See wird direkt an der Naht zum Canyon passiert. Von hier aus sind es nur noch ein paar hundert Meter bis zum Campingplatz, der auf der linken Seite wartet:
- 200 Meter bis zum See
Tag 3 (ca. 170km):Rougon - Trigance - Castellane - Seranon - Grasse - Cannes - Saint Raphaele (Dramont)
Wenn die Verdon-Schlucht entlang nicht so viel Verkehr wäre, wär diese auf jedenfall eine schön zu fahrende Strecke. Bei uns war es allerdings eine Quälerei. Eine einzige Hinterhereierei. Der Canyon selbst schlängelt sich ca. 21 km nach Castellane runter. In der teilweise bis zu 700 Meter tiefen schlucht fließt die wunderschön türkis leuchtende Verdon. In Castellane haben wir dann erstmal getankt. In dieser Gegend waren Tankstellen doch sehr rar gesiedelt, daher waren wir froh wieder aus dem Reservebereich rausgewesen zu sein. Weiter richtung Grasse wurde die Nationalstraße immer schöner zum Fahren und die ersten Pässe kündigten sich an. Auf der Route de Napoleon befuhren wir zuerst den Col de Luens (1.005 Meter) und dann den Col de Valferriere (1.169 Meter). Nicht die spektakulärsten Pässe, aber dennoch zu empfehlen. Übernachtungsmöglichkeiten gab es dort auch genug, doch wir wollten weiter gen Süden. Wenn man über die Route Napoleon nach Grasse reinkommt, fährt man aus den höheren Lagen erstmal ewig nach Grasse runter. Der Ausblick von dort reichte schon bis aufs Meer und ließ die Vorfreude ungemein steigen. Hier fing nun erst der richtige Verkehr an. Grasse und Cannes durch war es nur noch ein einziges Durchgedrücke. Aber war schonmal ganz gut sich dem Französischen 2-Rad-Fahrstil anzupassen. Die Küstenstraße nach Cannes richtung Dramont war hingegen wieder schön zu fahren. Machte trotz des Verkehrs Spaß: bot Kurven, besten Asphalt und reichlichen Meerblick. Bademöglichkeiten gibt's hier natürlich en masse. Abseits der spärlichen Sandstrände gibt es ein Haufen Ecken wo nichts los ist. Am schlausten wär es gewesen sich so ein Plätzchen zu schnappen. Allerdings hatten wir erstmal den Campingplatz aufzusuchen, der auch schnell ausgemacht war. Auf Empfehlung meines Vaters, im "Camping le Dramont" angekommen und faul wie wir waren, schlappten wir natürlich nur auf den Campingplatzinternen Strand, der aber auch nicht zu verachten war. Der Campingplatz selber liegt zwischen Agay und Saint Raphaele:
- tolle Campingplätze ansich
Tag 4 (ca. 280km Passkilometer!!!):Saint Raphaele (Dramont) - Nice - Monaco - Sospel - Roquebilliere - Saint Martin - Beuil - Entrevaux - Guillaumes (Camp)
Die Küste bis Monaco hoch war anstrengend zu fahren. Wenns kei Stop-and-Go war, hat man sich im Schritttempo zwischen den Autos durchgedrückt. Bei 35 Grad und in der prallen Sonne, war aber selbst das nicht sonderlich abkühlend. Zumal die Küstenstraßen in der Hauptsaison dermaßen überfüllt sind. Wir (Martin und ich) wollten allerdings unbedingt durch Monaco fahren. Durch den Tunnel, den sie bei der Formel 1 auch immer durchjagen. Jedoch hatte es sich nicht wirklich bezahlt gemacht. Wenn man sich in Monaco keine Pause gönnt, um das Ganze etwas genauer zu betrachten, kann man es auch sein lassen und dazu kam, dass wir den Tunnel irgendwie verpasst hatten. So wurde es lediglich ein Mittreiben im völlig überfüllten Verkehr. Dann ging es aber ins Hinterland der französischen Riviera. Die Strecke von Monaco richtung Sospel ergötzte uns erste richtig geile Passabfahrten, war jedoch nur ein Vorgeschmack auf das, was danach kam. Der Col de Turini (1.607 Meter, video) auf der D70 vor La Bolenne-Vesubie bei Roquebilliere war wirklich klasse. Kehre um Kehre, gepaart mit atemberaubender Landschaft, gefolgt von einer Abfahrt mit langen geschmeidigen Kurven! Und das bei besten Asphalt-Bedingungen. Der Col de Saint Martin (1.500 Meter, video) nach Roquebilliere ist auch nicht von schlechten Eltern, aber wesentlich relaxter zu fahren. In dem Eck tummeln sich einige Pässe. Die meisten sind dabei ziemlich gut zu fahren, nur wenige Passagen waren etwas mit Split bedeckt. Und wenn, dann waren diese vorher ausgeschildert. So dass diese keine Gefahr darstellen konnten. An Beuil und Entrevaux vorbei, kam dann einer der wohl einprägsamsten Pässe bzw. Tunnelsysteme. Die Gorges de Daluis. Zwischen Daluis und Guillaumes schlängelt sich hier ein Pass durch das Tal der Var an senkrecht abfallenden Sandgestein-Felswänden. Ungefähr nach der Hälfte der Strecke erreicht man einen spektakulären Punkt. Der Punkt bezeichnet die Pont de la Mariée (Marienbrücke), eine die Schlucht überspannende Bogenbrücke, die das nördliche Ende der eindrucksvollen Strecke markiert. Irgendwo nach Guillaumes haben wir schließlich auch einen versteckten kleinen Campingplatz entdeckt, den ich leider nicht mehr genau deuten kann (auf Tip einer holländischen Campbetreiberin in Entrevaux).
- Lage am Fluss
Tag 5 (ca. 280km Passkilometer!!!):Guillaumes - Col de la Cayolle - Barcelonette - Lac de Serre-Poncon - Briancon - Col du Galibier - Saint-Martin-d'Arc - Modance - Lansevillard (Camp)
Auf dem Weg nach Briancon passierten wir zwischen Saint-Martin d'Entraunes und Barcelonnette den Col de la Cayolle (2.326 Meter, video), wo wir das erste mal Schnee, in Form einer kleinen Eisschicht, sahen. Dort tummelten sich die Leute, als gäbe es was umsonst. Die anschließende Abfahrt gen Norden machte wesentlich mehr Spaß als die Auffahrt. Besserer Asphalt und schönere Kurven. Hier gibt's übrigens auch einen tollen Bergfluss, den Bachelard, den man wie wir das taten, gerne zum Baden nutzen kann. Der ist zwar eiskalt, aber bei permanent 35 Grad und vermutlichen 40 unter dem Kombi, ist das eine gelungene Abwechslung. Der Lac de Serre-Poncon vor Embrun läd auch zur Erfrischung ein, doch wir fuhren oberhalb des Sees einen kleinen Pass entlang. So, dass wir auf sicherer Distanz nur vorbei fuhren. Der zweite Höhepunkt an diesem Tag war der Col du Galibier (2.645 Meter), der fünfthöchste Straßenpass in den Alpen, der gleichzeitig die geografische Grenze von den Rhône-Alpen zur Côte d'Azur bildet. Der Col du Galibier dürfte vielen auch aus der Tour de France bekannt sein. Auf den etlichen Höhenmetern haben auch wir einige Hardcore-Bicycler passiert. Die letzten paar Kilometer, die zur Gipfelstürmung erklummen werden müssen, werden über eine äußerst schmale Straße gefahren. Für Fahrzeuge die zu breit sind, gibt es seit 1981 einen Tunnel, der direkt unter dem Gipfel durchführt. Auf dem Gipfel hatten wir dank des guten Wetters einen phänomenalen Ausblick. So toll der Ausblick war, so viel Spaß machte auch die Auf- und Abfahrt des Passes. Die Abfahrt richtung Norden schlängelt sich bis nach Saint-Martin-d'Arc herunter. Weiter geht's über Modane bis nach Lansevillard, wo wir schließlich unser Camp aufschlugen.
Tag 6 (ca. 400km):Col de L'Iseran - Seez - Hauteluce - Megeve - Cluses - Vinzier - Genfer See - Lausanne - Lac de Neuchatel (Camp)Früh morgens ging es weiter direkt über den Col de L'Iseran (2.770 Meter), der höchste überfahrbare Gebirgspass der Alpen. Der Asphalt war hier allerdings nicht so prickelnd. Schlaglöcher, Bitumen und Split dominierten hauptsächlich. Danach ließen wir es dann laufen, weil wir Kilometer fressen wollten. Und die Strecken boten sich hierfür an. Wir jagten unsere 34 PS Monster über Megeve nach Cluses, Hartgas. Martin war aus Rücksicht stets bemüht nicht zu sehr am Kabel zu reißen. So spulten wir unsere Kilometer ab bis hin zum Genfer See, wo wir uns eine Abkühlung im See gönnten. Nicht lang herumgeplanscht, packten wir unser Zeug erneut auf die Esel und ritten an Lausanne vorbei bis an den Lac de Neuchatel. Das Fahren in der Schweiz hat mir persönlich nicht zu viel Freude bereitet, weil wirklich überall 80 oder 100 begrenzt ist. Der Campingplatz am Lac de Neuchatel war allerdings nicht von schlechten Eltern. Und in dem Kaff selber fuhren mehr Luxusschlitten herum, als in Monaco:
- Rahmenprogramm, sogar mit Feuerwerk
Tag 7 (ca. 300km):Basel - A5 - HeimAm letzten Tag fuhren wir, schon mit Schmerzen im Sitzfleisch, über Basel und im Tiefflug über die A5 nach Hause und waren noch fleißig damit beschäftigt die Motorradallüren der Franzmänner abzulegen ;-)
Mit dabei waren: Sepp (ZX-6R '00), Tom (ZX-6R '98) und Martin (CBR 600 RR '04)
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